Die Franz-Kafka-Gesellschaft
Franz-Kafka-Gesellschaft ist eine nichtstaatliche Organisation, die im Jahre 1990 gegründet wurde. Ihr Hauptziel ist es zur Wiederbelebung von Traditionen beizutragen, aus denen das einzigartige Phänomen der sog. Prager deutschen Literatur hervorgekommen war und das allgemeine Bewusstsein der kulturellen Pluralität der mitteleuropäischen Region zu erneuern, wo Tschechen, Deutsche und Juden einmal zusammen lebten. Der Name Franz Kafka ist für sie der Inbegriff dieser Traditionen, sie widmet seinem Werk systematische Aufmerksamkeit und bemüht sich, dass es zu einem natürlichen Teil des tschechischen kulturellen Kontexts wird. Die Franz-Kafka-Gesellschaft hat um die 1000 Mitglieder aus insgesamt 23 Staaten der Welt.
Zu den Mitgliedern der Franz-Kafka-Gesellschaft zählen sich der Nobelpreisträger für Literatur Günter Grass, der israelische Schriftsteller Amos Oz, der polnische Dichter Tadeusz Rózewicz, die tschechischen Schriftsteller Arnošt Goldflam, Jiøí Gruša – gegenwärtiger Präsident des internationalen PEN Club -, Ivan Klíma, Pavel Kosatík, Petr Pithart – gegenwärtiger 1. Stellvertretender des Senats des Parlaments der Tschechischen Republik-, Karol E. Sidon – Oberlandesrabbiner und Vorsitzender der Prager Rabbiner -, Dramatiker und Schriftsteller Milan Uhde, der amerikanische Architekt Steven Holl, der Komponist Ilja Hurník, die Schauspieler Eva Salzmannová und Jiøí Ornest, der Bildhauer Olbram Zoubek, hervorragende Literaturforscher/ wissenschaftler Peter Demetz, Klaus Wagenbach, Hans Dieter Zimmermann und eine Reihe von weiteren bedeutenden Persönlichkeiten des kulturellen und öffentlichen Lebens in der Tschechischen Republik und im Ausland.
Die Franz-Kafka-Gesellschaft wird von einem gewählten Ausschuss geleitet, in dem führende Persönlichkeiten des kulturellen und Gesellschaftslebens tätig sind: ihr Vorsitzender ist Prof.
Kurt Krolop, Literaturforscher von großer Bedeutung, Germanist, der sich hauptsächlich der sog. Prager deutschen Literatur widmet; ehrenhafter Vorsitzender ist der Schriftsteller
Arnošt Lustig, dessen Bücher mit der Holocaustthematik in vielen Ländern erscheinen. Stellvertretender Vorsitzender ist
Vladimír Železný, früherer Direktor des Fernsehsenders Nova, und gegenwärtiger Abgeordneter des Europäischen Parlaments. Im Ausschuss sind tätig:
Josef Èermák, Literaturhistoriker und Übersetzer,
František Èerný, ehemaliger Botschafter der Tschechischen Republik in Deutschland, Buchgrafiker
Bohuslav Holý, die herausragende tschechische Dichterin
Viola Fischerová,
Jindøich Špicner, Journalist, Dichter, Photograph,
Jan Vít, Journalist und Redakteur,
Marie Vodièková, Redakteurin und Übersetzerin und Prof.
Ivan Vyskoèil, Dramatiker, Prosaiker und Schauspieler, der die Entwicklung des modernen tschechischen Theaters bedeutend beeinflusst hat.
Ihre Aktivitäten verwirklicht die Gesellschaft mittels des Franz-Kafka-Zentrums, zu denen Literaturabende, Diskussionen, fachliche Vorträge und Seminare gehören. In ihrem Verlag veröffentlichte sie über ein hundert Titel, zu den editorischen Erfolgen zählen sich die 20-bändigen Schriften Karel Poláèek´s, das Gesamtwerk Franz Kafkas in der tschechischen Übersetzung oder die Essay-Edition „Mensch im Spiegel“. Die Gesellschaft besitzt eine einzigartige Replik Kafkas privater Bibliothek mit fast tausend zeitgenössischen Büchern. Sie verfügt auch über eine fachorientierte Bibliothek mit einer wertvollen Sammlung der Sekundärliteratur zum Thema Prager deutsche Literatur. Die Gesellschaft verkündet jedes Jahr den Franz-Kafka-Preis, den einzelnen internationalen Literaturpreis, der in der tschechischen Republik verliehen wird. Ihre bisherigen Laureaten sind die Schriftsteller Philip Roth (USA), Ivan Klíma (Tschechien), Péter Nádas (Ungarn), Elfriede Jelinek (Österreich) und Harold Pinter (Großbritannien). Jedes Jahr schreibt sie den Max-Brod-Preis für den besten Essay aus, an der junge Menschen aus der ganzen Tschechischen Republik teilnehmen. Zu den bedeutenden und verwirklichten Projekten gehört die Realisierung des Franz-Kafka-Denkmals in der Prager Altstadt.